Das Weingut von Hans Nef


Das Weingut mit «Schweizer Wurzeln» in Kalifornien

 

Als Hans Nef, Bürger von Urnäsch, 1996 im kalifornischen Paso Robles erstklassige Reblagen erwarb, ahnte er noch nicht, dass es hier dereinst so viele Weinproduzenten geben würde. Von rund 40 Weingütern Mitte der 1990er-Jahre ist die Zahl heute auf beinahe 200 angestiegen. Die American Viticultural Area (AVA) Paso Robles zählt damit zu den Weinbaugebieten Kaliforniens, die zuletzt am schnellsten gewachsen ist. Weinbau wurde hier allerdings schon seit viel längerer Zeit betrieben. Bereits im 18. Jahrhundert pflanzten spanische Franziskanerbrüder erste Reben an.

 

Beim Zürcher Unternehmer Hans Nef, der bereits Farmen in Arkansas besass, hat alles mit seiner Freude zum Wein angefangen. Als grosser Weinliebhaber suchte er eine neue Herausforderung und träumte davon, in den Weinbau einzusteigen. Er beauftragte den ihm bekannten Schweizer Agraringenieur Hans Rudolf Michel fruchtbaren Boden in Kalifornien zu suchen. Michel, der bereits seit den 1980er Jahren in den USA weilte, und Erfahrung mit der Verwaltung von Ackerland hatte, suchte gut drei Jahre. Er fand in Paso Robles schliesslich das Rebland mit dem Potenzial zur Herstellung von Qualitätsweinen.

 

Der europäische Einfluss in diesem kalifornischen Wein beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Eigentümer Hans Nef oder den Manager Hans Rudolf Michel. Für die Vinifikation zuständig ist Kevin Willenborg, der seine erste Erfahrung im Weinbau mit einem Praktikum auf Château Pétrus machte.

 

Das Weingut Vina Robles liegt im Norden des San Luis Obispo Countys, rund eine halbe Autostunde von der kalifornischen Küste entfernt. Geografisch ist es etwa in der Mitte zwischen Los Angeles und San Francisco gelegen. Und doch finden sich hier vollkommen andere Bedingungen zum Weinbau als es in den bekannten kalifornischen Weinbaugebieten Napa Valley oder Sonoma Valley im Norden der Fall ist.

 

Im Gebiet Paso Robles sind die Tage wärmer als an der Küste, doch in der Nacht fliesst die kühle Luft vom Pazifik über die Hügellandschaft, die gar für späte Frostgefahr sorgen kann. Durch die kühleren Nachttemperaturen können die Trauben für kalifornische Verhältnisse unüblich lang reifen, was für die Traubenaromatik von unschätzbarem Wert ist. Die Weinlese – von Hand, wie es sich für Qualitätswein gehört – erfolgt hier ebenfalls in der Nacht. Genau das widerspiegelt sich auch im überraschenden Cabernet Sauvignon von Vina Robles; reife Frucht und doch wirkt der Wein ausserordentlich elegant.