«Sonne» Urnäsch schliesst wieder


 

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Im historischen Saal des Gasthauses Sonne: Nach der Renovation und der Realisierung des Neubaus soll Roman Sturzenegger als Pächter zurückkehren. (Bild: mge)

 

URNÄSCH. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist im Gasthaus Sonne in Urnäsch zurzeit nicht möglich. Auf Ende September stellt das traditionsreiche Lokal den Betrieb vorübergehend ein. Der Besitzer hält an der Idee eines Hotelneubaus fest.

MICHAEL GENOVA

 

Nach einem Jahr Betrieb ist für Gastgeber Roman Sturzenegger in der «Sonne» Urnäsch bereits wieder Schluss. Vorerst – denn schon bald soll es mit der Renovation des Gasthauses und dem geplanten Neubau weitergehen. Ursprünglich war ein Baubeginn für das Frühjahr 2015 geplant. Doch die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt: Ein wirtschaftlicher Betrieb ist kaum möglich, und es braucht weitere Abklärungen. «In den Wintermonaten sind die Heizkosten im Verhältnis zum Umsatz viel zu hoch», sagt Sturzenegger. Die Liegenschaft habe keine Isolierung.

 

Neubau soll kommen

Eigentümer des traditionsreichen Gasthauses ist der Zürcher Ingenieur Hans Nef, dem die Immobilienfirma Primag Management AG gehört. Für die Renovierung der «Sonne» und die Erstellung eines benachbarten Hotelneubaus schrieb Nef einen Projektwettbewerb aus, den das Herisauer Architekturbüro Keller Hubacher gewann. Mittlerweile haben die Architekten eine erste Planung erstellt, die nun zur Prüfung beim Eigentümer liegt. Monika Senn von der Primag Management AG bestätigt, dass Hans Nef am Bauprojekt festhält. «Wir wollen bauen und der zu neuem Glanz verhelfen.» Allerdings sei es noch zu früh, konkrete Aussagen über die Gestaltung des neuen Hotels zu machen.

 

Offen am Alten Silvester

Seit dem Neustart im September 2014 stellten Gastgeber und Eigentümer fest, dass die Bausubstanz der Liegenschaft noch schlechter ist als ursprünglich angenommen. «In Gesprächen mit Roman Sturzenegger kamen wir deshalb zum Schluss, dass ein weiterer Betrieb für ihn wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre», sagt Monika Senn. Die «Sonne» wird deshalb Ende September seinen täglichen Restaurationsbetrieb einstellen. Nach der Schliessung können Gäste das Lokal weiterhin für besondere Anlässe buchen. «Auch am Alten Silvester soll das Gasthaus offen bleiben», so Monika Senn. Eigentümer Hans Nef gehe es vor allem darum, ein gutes Bauprojekt zu erarbeiten. Der zeitliche Aspekt sei zweitrangig. Nef ist im Kanton Basel aufgewachsen und hat Wurzeln im Appenzellerland: Urnäsch ist sein Heimatort.

Roman Sturzenegger sucht zurzeit eine Anstellung in leitender Position in der Gastronomie. Nach der Renovation und der Realisierung des Neubaus soll er in die «Sonne» zurückkehren. In der Zwischenzeit will der Koch und Restaurateur neue Ideen entwickeln und sich weiterbilden. Ihm schwebt vor, geschützte Arbeitsplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung anzubieten. «Ich will Menschen einen Chance geben, etwas zu lernen und im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen», so Sturzenegger. Erste informelle Gespräche mit dem Verein Säntisblick hätten bereits stattgefunden. Bis vor kurzem betrieb die Institution in Herisau das Restaurant Öchsli.

 

In guter Tradition

Im Angebot von geschützten Ausbildungsplätzen sieht Sturzenegger auch eine wirtschaftliche Chance. Neben der Hotellerie und der Restauration könnte so ein drittes Standbein entstehen. Die Idee hat eine lange Tradition: «Das Gastgewerbe war früher für viele der Ort für einen Wiedereinstieg.»